Trekking – Outdoor – Bushcrafting
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Burg Rheinfels – die gut erhaltene und zu erkundende Ruine der alten Zolborg thront hoch über dem Rheintal bei Sankt Goar

Zwischen Hinsrück und Taunus, direkt am Rhein gelegen und in unmittelbarer Nähe zu den Burgen Katz und Maus, unterhalb der von ihr dominierten Burg Rheinfels, liegt Sankt Goar – ein malerischer Ort im Rheintal, der jedes Jahr unzählige Besucher fasziniert und bezaubert.

Da beginnt aber auch schon das – wenn man es so nennen will – Negative! Der Ort ist auf Tourismus ausgelegt, was bedeutet dass es den üblichen touristischen Nepp zu finden gibt. Aber mit einem Blick für diese Dinge, lässt sich dem zum Glück leicht entgehen, was vielleicht auch daran liegt dass der Ort nicht massiv vom Tourismus geprägt ist.

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Die Besucherzahlen halten sich in Grenzen und fallen nicht unangenehm auf – womit ich meine dass sich lange Schlangen durch die Straßen winden, und im Eiltempo Foto um Foto schießen.

Es ist also durchaus möglich in Sankt Goar Momente der Ruhe und Entspannung zu finden.

Burgruine Rheinfels

Ich fand es zunächst etwas ungewöhnlich für das Betreten eines Ruinengeländes Eintritt zu zahlen, verstand aber recht schnell warum dies so ist. Die Anlage ist gepflegt und wird sauber gehalten. Das heißt dass dort keine Grafitis oder anderer Müll herumliegt, was bei anderen Anlagen die stark frequentiert werden leider nicht immer so ist.

Ebenfalls anders, als die meisten Ruinen, ist die Rheinfels nicht durch Verschüttungen aufgefüllt, sondern es besteht die Möglichkeit die engen Kellergänge und Tunnel zu erforschen. Da diese nicht beleuchtet sind, sollte man hier unbedingt Taschenlampen dabei haben, und eventuell eine Kopfbedeckung, da die Decken teilweise recht niedrig sind, und man sich leicht den Schädel anschlagen kann.

Vom Gelände der Rheinfels hat man einen wundervollen Blick auf das Rheintal – es lohnt sich hier definitiv ein Fernglas mit sich zu führen, da man von hier aus weitere Etappen abstecken, oder aber schlicht die Schönheit der Landschaft bewundern kann.

Erbaut wurde die Burg im 13. Jahrhundert durch den Grafen Dieter von Katzenelnbogen dem Fünften als Zollburg für die Rheinaufwärts fahrenden Schiffe. Im 16. Jahrhundert wurde sie von Phillip dem Großmütigen in ein Renaissanceschloss umgebaut, und erfuhr ab dem 17. Jahrhundert mehrere Belagerungen durch die Franzosen, welche meist erfolgreich abgewehrt wurden.

Im 18. Jahrhundert, während des Siebenjährigen Krieges, wechselte das Glück jedoch die Seiten – französische Truppen konnten die Rheinfels erobern und besetzen, und sie konnte nicht mehr zurück erobert werden.

Die Franzosen sprengten 1796 Teile der Burg, und deren Trümmer wurde dazu verwendet die Festung Ehrenbreitstein in Koblenz zu errichten. Der Rest der Geschichte ist tragisch: Die Ruine wurde eine lange Zeit als Steinbruch verwendet, und viele der Steine der Rheinfels finden sich heute noch verbaut in umliegenden Gebäuden.

1843 kaufte Wilhelm von Preußen die Burgruine und schützte sie vor weiterer Zerstörung, wodurch uns heute ein Denkmal der Geschichte erhalten geblieben ist, welches sonst den Weg vieler alter Burgbauten gegangen, und nahezu vollständig abgetragen worden wäre…

 

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