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In der Krise: Kommunikation, Fortbewegung, Kleidung und Waffen

fortbewegung-bob-kriseVor der Krise ist nach der Krise – was wir heute noch als selbstverständlich hinnehmen, eben die ständige Versorgung mit Wasser, Energie und Treibstoffen sowie das Funktionieren elektronischer Geräte und das Vorhandensein von Netzwerken, muss nach einer entsprechenden Situation nicht unbedingt mehr gegeben sein. Vieles von dem was Normal ist, ist eigentlich Luxus, und zwar ein sehr zerbrechlicher Luxus der oftmals zentralisiert ausgeschaltet werden kann.

Das beginnt ganz einfach mit dem Stromnetz: Ist kein Strom da, fällt die Kommunikation aus. Natürlich: Handys und Smartphones haben Akkus, und kluge Menschen haben Vorsorge getroffen und Ersatzakkus, bzw. Powerbanks geladen. Allerdings werden diese die Kommunikation dann trotzdem nicht ermöglichen. Denn unabhängig davon ob da Handy läuft oder nicht, benötigen die Router, W-LANs und Sendeanlagen ebenfalls Strom um die Signale überhaupt verarbeiten, und weiterleiten zu können.

Kommunikation

Also ein geladener Akku des „Mobil-Devices“ ist längst keine Garantie dafür dass man die Kommunikation mit der Außenwelt aufrecht erhalten kann. Wer das glaubt, der gibt sich Illusionen hin.

Natürlich könnte man auch das alte Telefonnetz nutzen – aber, dank der Umstellung auf Voice over IP Telefonie, und digitaler Technik benötigen die meisten, modernen, Telefonanlagen ebenfalls Strom, um überhaupt ein Signal erzeugen, oder die binären Signale überhaupt erst umwandeln zu können. Was das betrifft, waren wir früher wesentlich besser aufgestellt. Vielleicht nicht so klar und vielfältig, aber weniger abhängig.

Auch ist dieses – meist noch drahtgebundene – Netz davon abhängig dass es eben nicht unterbrochen wird…

Was bleibt ist Funk. CB Funk ist mittlerweile für jedermann offen, und dürfte – direkt nach dem PRM Funk, welcher eine recht begrenzte Reichweite hat – eine mögliche, ausfallsichere Kommunikationsmöglichkeit bieten.

Warum schreibe ich mögliche?

Ich gehe von verschiedenen Szenarien aus, wobei das Schlimmste Szenario der Abwurf und die Detonation einer atomaren Waffe ist. Die Neutrino-Strahlung bei einer solchen Explosion würde einen Großteil der im zivilen Bereichen verfügbaren Elektronik schlicht unbrauchbar machen. Man hätte teuren, aber unnützen Schrott in den Regalen stehen. Weswegen es übrigens auch Sinn macht Daten die einem wichtig sind, auf CDs zu brennen, oder schlicht auszudrucken! Ich glaube zwar nicht dass irgendjemand bescheuert genug wäre den roten Knopf zu drücken, aber ich gehe in dieser Artikelserie vom Casu Fatale aus. Lieber das Schlimmste befürchten, und angenehm überrascht sein – als optimistisch zu blicken, und dann böse zu enden.

Grundsatz: Je komplexer ein Gerät wird, desto schwerer wird es zu reparieren sein.

Hierzu gibt es aus dem englischen Sprachgebrauch eine schöne Redewendung: If you cant fix it, you cant owen it! Sollte man sich immer vor Augen führen, wenn man sich heute in der wunderbaren Welt digitaler Spielsachen bewegt. Wie abhängig bin ich im Zweifelsfalle von der Gunst des Herstellers? Und da sind wir in unserer High-Tech Gesellschaft sehr schlecht aufgestellt.

Auch hier punktet wieder ältere Technik – Röhrengeräte wären weniger Störungsanfällig, haben dafür andere, teils auch massive Nachteile. Wie man es dreht und wendet, eine solche Situation wäre alles andere als angenehm, und mit extrem vielen Nachteilen verbunden.

Wer auf Nummer sicher gehen will, der befasst sich ein wenig intensiver mit der Radiotechnik und lernt die Grundlagen dieser Form der Kommunikation kennen. Einen Empfänger bauen ist – auch ohne den nächsten Elektronikladen leerzukaufen, kein großes Kunststück. Auch einen Sender baut man relativ einfach auf. Und wer das bezweifelt: Marconi, Tesla und Herz haben es auch geschafft, ohne dass sie einen Bastelladen aufsuchen konnten.

Das ist übrigens einer der Aspekte einer guten Krisenvorsorge:

Wissen mehren! Je mehr man weiß und kann, desto besser ist es, auch für einen späteren Aufbau!

Mobilität

Was die Mobilität betrifft, sind wir ebenfalls von anderen Abhängig. Wir brauchen für unsere Fahrzeuge entweder Treibstoff, oder Strom. Beides ist, im Krisenfalle, etwas was man uns sehr schnell wegnehmen kann.

In normalen Zeiten steigt man in sein Fahrzeug, oder das entsprechende Pendant des öffentlichen Nahverkehrs, und gelangt zum Ziel. In einer Krisensituation muss man allerdings davon ausgehen dass dies nicht mehr ohne weiteres möglich sein wird. Und selbst wenn man Treibstoff und Energie hat, so besteht immer noch die Möglichkeit dass Autobahnen und Landstraßen gesperrt, blockiert oder zerstört sein können.

Von der Kontrolle des Luftraumes, will ich schon gar nicht anfangen, da die Wenigsten in der Lage wären ein Flugzeug, oder einen Hellikopter zu steuern. Vom bestehenden Problem der Versorgung mit Treibstoffen ganz abgesehen.

Die wahrscheinlich sinnvollste Art der Fortbewegung bleibt dann auf Fahrräder, Motorräder und die Füße beschränkt. Bei den verbleibenden Fahrzeugen sollte man darauf achten dass diese möglichst wenig Reparaturanfällig sind. Im Falle von Reifen beispielsweise pannensichere Schläuche nutzen, und entsprechendes Flickzeug dabei haben.

Fitness ist also ein Aspekt der ebenfalls zum Thema Vorsorge dazugehört. Ein halbwegs brauchbarer Fluchtrucksack, der das Überleben in freier Natur über mehrere Tage hinweg ermöglicht, und diese muss man einrechnen, wiegt schnell mal 22 – 30 Kilo, und die wollen getragen werden! Hat man ein Rad, kann man dieses natürlich nutzen um die Last damit leichter zu transportieren. Allerdings sollte man stets auch den Verlust dieses Hilfsmittels einrechnen.

Unsere Füße tragen uns, auch abseits der Straßen, durch Wälder und schwierige Gelände, und unsere Sinne – sofern diese Wach sind – ermöglichen es uns Schutz zu suchen, und so Plünderern oder anderen Gruppierungen aus dem Weg zu gehen. Und es ist immer sinnvoller als Einzelner Konflikten auszuweichen.

Ein Problem dürfte ebenfalls noch durch Wasserstraßen entstehen. Wenn Brücken zerstört sind, und Fährverbindungen ausfallen, werden auch unsere schönen Flüsse zu dem, was sie bereits für die Römer waren: Grenzen!

Diese Grenzen kann man überqueren, allerdings ist hier Vorsicht geboten. Gerade bei Flüssen wie dem Rhein sind starke Strömungen vorhanden, die es schwierig und auch sehr gefährlich machen diesen zu queren. Auch als guter Schwimmer möchte ich nicht in den Sog der Fahrrinne geraten. Denn da wieder herauszukommen ist ein Kunststück. In Verbindung mit Buhnen, Strudeln und Wasserwalzen sogar ein Lebensbedrohliches. Und selbst wenn man es schafft diese Flüsse sicher zu durchschwimmen, hätte man spätestens am anderen Ufer das Problem dass man nass ist. Was je nach Witterung ebenfalls lebensbedrohend sein kann!

Hier ist klar im Vorteil wer gelernt hat sich ein Floß, oder ein improvisiertes Kanu zu bauen, und dieses zu steuern. Für ein simples Kanu reichen bereits einige Meter Plane, stabile Schnur sowie Äste die man nahezu überall finden, und zurechtschnitzen kann. Mit einem Ausleger ist sogar die Kippstabilität gewährleistet, und man minimiert die Gefahr eines Kenterns. Als Paddel bietet sich alles an was flach und einigermaßen stabil ist.

Auch hier gilt wieder: Die beste mögliche Vorbereitung ist Wissen und Erfahrung und handwerkliches Geschick!

Flüsse und Binnenverkehrsstraßen sind dann ebenfalls Möglichkeiten sich von A. nach B. zu bewegen, oder sich zumindest anzunähern. Allerdings ist der Nachteil bei diesen dass man quasi auf dem Präsentierteller sitzt. Sollte die Situation Kriegsähnlich sein, muss man hier damit rechnen in das Visier von Schützen zu geraten, und ggf. aufgebracht zu werden. Auch wenn Nachtsichtgeräte mittlerweile ein gewisser Standard sind, ist nicht unbedingt gesagt dass Schützen zwingend militärischer Natur sein müssen, und über solche Geräte verfügen. Es macht daher Sinn sich hauptsächlich in der Dämmerungszeit zu bewegen und wenig auffällige Farben zu tragen, um nicht aufzufallen.

Was die Orientierung angeht, so sollte man rechtzeitig lernen mit Karte und Kompass arbeiten zu können. Denn das allseits gelobte GPS ist ein militärisches System, und im Zweifelsfalle wird die Nutzung dieses Systems im zivilen Sektor stark eingeschränkt, oder abgeschaltet.

Kleidung, Auftreten und Waffen

Was die Wahl der Kleidung angeht, ich persönlich würde – auch wenn ich als Naturfotograf oft auf Tarnkleidung zurückgreife, auf militärische Farben verzichten!

Wer sich wie ein Soldat kleidet, wird im Zweifelsfalle auch wie einer behandelt. Und das bedeutet dass der Gegner möglicherweise das Feuer eröffnen wird, oder man als Freischärler, Plünderer, Partisane oder was auch immer sonst, in den Verdacht gerät an kriegerischen Aktionen beteiligt zu sein. Und wenn man dann kein echter Soldat ist, greifen auch keine rechtlichen Bestimmungen mehr die echte Soldaten schützen würden.

Mit anderen Worten: Die Wahrscheinlichkeit schnell hingerichtet zu werden, steigt in diesen Klamotten.

Dunkle Töne, Erd- und Naturfarben, Grautöne – eben alles was sich nicht leicht abhebt ist dagegen was anderes. Wenn es zivil gehalten ist, wird das einem nicht so schnell zum Vorwurf gemacht werden. Hier kommt es dann allerdings auch darauf an was man mit sich trägt. Insbesondere seien hier Waffen erwähnt.

Jemand der eine Waffe bei sich trägt, gerät schneller unter Verdacht, als jemand der unbewaffnet daherkommt. Ich kenne einige Leute die sich zur Verteidigung eine Gas- oder Schreckschusspistole zugelegt haben. Die Dinger mögen martialisch aussehen, aber mehr als „Peng“ machen die eben nicht. Und wenn selbst wenn man sie scharf macht, indem man die Läufe durchbohrt, wird man – sofern man auf Gruppen trifft – immer im Nachteil sein.

Man mag vielleicht einen erwischen, aber dessen Kameraden werden dann sicherlich nicht zögern ihrerseits das Feuer zu eröffnen. Und das endet dann ganz schnell sehr tödlich, weswegen ich weiter oben auch schrieb dass es sinnvoller ist als Einzelner Konflikten aus dem Weg zu gehen. Denn selbst wenn man eine gute Waffe und ein gutes Schützennest hat, die anderen haben möglicherweise Funk, und können Verstärkung anfordern, vom logistischen Problem des Nachschubs an Munition ganz zu schweigen! Man ist also definitiv im Nachteil.

Das man unterwegs nicht wehrlos sein will, ist aber auch verständlich.

Waffen sollte man nicht mit sich führen, und wenn nur als letztes Mittel einsetzen, aber man sollte in der Lage sein sie dennoch zu besitzen! Hier ist es sinnvoll auch wieder den Blick in die Vergangenheit zu werfen: Bögen, Feuer und Steinschleudern!

Diese mögen nicht die Reichweite einer guten Büchse haben, und auch nicht so präzise und tödlich sein, aber manchmal reicht es auch bereits den Gegner einfach nur zu verwunden und ihn dadurch langsamer zu machen. Außerdem sind diese Dinge jederzeit in der Natur verfügbar – was man von Munition nicht gerade sagen kann. Jedenfalls habe ich noch keinen Baum gesehen an dem 7.62er wachsen würden – und ich habe viele Bäume gesehen …

Bögen kann man sich, Schnur oder ähnliches vorausgesetzt, aus Ästen fertigen. Zwar keine Hochleistungsbögen, aber doch solche die Pfeile verschießen können. Pfeile lassen sich ebenfalls aus Ästen fertigen. Spitzen, wenn man nicht gerade das Holz über Feuer härtet, kann man aus Steinen machen – Dinge die dem Menschen schon seit der Steinzeit zur Verfügung stehen.

Ein Wanderstock kann als Schlagwaffe genutzt werden – ein wenig Training kann hier nicht Schaden, und hier als Tipp, wenngleich es als verbotener Gegenstand zählt, ist das Training mit dem so genannten Nun-Chaku, einer asiatischen Schleuder-, Schlag-, und Würgewaffe. Man lernt essentielle Bewegungsabläufe die man auch auf den Stock übertragen kann, und steigert – bei regelmäßigem Training – auch seine Reaktionsgeschwindigkeit und Kraft.

Wenn man auf den Wanderstab noch zusätzlich ein Messer aufsteckt, verfügt man zudem auch über einen Speer – mit diesem kann man im Zweifelsfalle Jagen, und sich ggf. auch verteidigen.

Die letzte Waffenart, welche ich hier beschreiben will, ist Feuer!

Feuer hat eine immense psychologische Wirkung. Es schreckt ab, und es tut weh. Es erzeugt Verwirrung und Panik – da sind wir Menschen irgendwo tief in unserem Inneren immer noch wilde Tiere die auf eine direkte Gefahr reagieren. Eine Feuerschneise stoppt Angreifer. Eine Flammenwand wird nicht einfach durchsprungen, sondern lässt zögern. Bekannt aus Demonstrationen sind Molotowcocktails, früher tränkte man Stofffetzen mit Pech und Öl, und zündete diese als Geschosse an. Aber wie gesagt, mehr Beispiele will ich hier auch gar nicht nennen, nur dass es eben auch eine improvisierte Waffe darstellen kann…

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