Trekking – Outdoor – Bushcrafting
Städtischen Brunnen sollte man misstrauen, da hier oft Wasser aus Reservoirs lediglich umgepumpt wird...

Städtischen Brunnen sollte man misstrauen, da hier oft Wasser aus Reservoirs lediglich umgepumpt wird…

Wenn man eine Tagestour macht, ist die Frage nach Trinkwasser nicht so wichtig – sicher, auch auf kurzen Strecken sollte man jederzeit dafür sorgen, gerade bei wärmeren Temperaturen, dass man genug Trinkwasser mit sich führt. Dehydration – also Austrocknung – ist keine harmlose Sache. Sie führt zu Kreislaufproblemen, Überhitzung des Körpers, Wahrnehmungsstörungen und kann ggf. Schäden nach sich führen. Außerdem konzentrieren sich Giftstoffe im Körper, welche das Wohlbefinden zusätzlich belasten. Deswegen ist Wasser eigentlich das Wichtigste was man haben kann! Aber wie sieht es auf längeren Touren aus? Auch hier gilt die Frage: Wo bist du unterwegs?

Sofern die Tour durch Deutschland, und bewohnte Ortschaften führt, in welchen sich auch Einzelhandel befindet, sollte die Versorgung mit Trinkwasser kein Problem darstellen. Die meisten Discounter führen Sprudel- und Mineralwasser ab 19 Cent. Also ein Preis den eigentlich jeder verkraften kann.

An Wochenenden kann es schon schwieriger werden. Aber auch hier bieten sich noch Kioske sowie Tankstellen als Quelle für die Wasserversorgung an.

Im Falle der Tankstellen rate ich auch dazu Trinkwasser aus Flaschen zu entnehmen. Zwar haben einige Tank- und insbesondere Raststätten Toiletten, jedoch ist dort – durch den Umstand das viele Fernreisende dort Rast machen – damit zu rechnen dass in den sanitären Anlagen selbst eine entsprechende Keimbelastung vorhanden ist. Hat man keine andere Möglichkeit und muss auf dieses Wasser zugreifen, ist es ratsam etwas zum entkeimen mit sich zu führen. Micropur, oder Romin mit Chlor haben sich hier als brauchbar herausgestellt.

Alternativen, sofern solche Einrichtungen nicht in der Nähe sind, bieten Friedhöfe!

Friedhöfe - unerwartete Trinkwasserquellen. Aber eben nicht ausnahmslos!

Friedhöfe – unerwartete Trinkwasserquellen. Aber eben nicht ausnahmslos!

Hier gibt es immer Brunnen, welche für die Wasserversorgung der Pflanzen gedacht sind. Entsprechend findet sich auf vielen dieser Brunnen der Hinweis dass es sich nicht um Trinkwasser handelt, jedoch kann man oft dieses Wasser dennoch als Trinkwasser nutzen. Worauf man jedoch achten sollte: Handelt es sich um Wasser aus dem Wassernetz, oder um Brauchwasser welches aus Regentonnen gewonnen wird? Letzteres ist gelegentlich bei kleineren Anlagen der Fall. Die meisten dieser Brunnen sind an das öffentliche Wassernetz angeschlossen, und dieses hat in Deutschland einen recht hohen Standard, so dass man es bedenkenlos trinken könnte.

Allerdings ist der Betreiber eines Brunnens – sofern dieser als Trinkwasserquelle ausgewiesen werden soll – immer auch dazu verpflichtet regelmäßig das Wasser überprüfen zu lassen, was extrem kostspielig sein kann. Daher entscheiden sich die meisten Kommunen und Gemeinden, wie auch Private Brunnenbetreiber, dazu eben ein entsprechendes Warnschild anzubringen, und darauf hinzuweisen dass es sich eben nicht um Trinkwasser handelt.

„Kein Trinkwasser“

Wie sieht es eigentlich aus, mit diesen Warnhinweisen? Kann ich es dennoch trinken?

Jein.

Eine wichtige Frage, insbesondere an öffentlich zugänglichen, künstlichen, Quellen ist der Zustand der Rohre!

Viele dieser Brunnen sind bereits mehrere Jahrzehnte alt, und es kann daher durchaus sein dass die Rohre noch in einem Zustand sind, der heute als gesundheitsschädigend, bzw. bedenklich gilt. Alte Bleirohre dürfte es zwar eigentlich nicht mehr geben, aber da das Wörtchen „Eigentlich“ immer auch ein „Aber“ enthält, sollte man es nicht ausschließen. Insbesondere wenn eine Installation vor 1973 aufgebaut wurde, kann man es nicht ausschließen, da die Verwendung von Bleirohren vor 1973 nicht explizit verboten war. Aus dem Grund sollte man auch Friedhofs- oder Brunnenwasser grundsätzlich durch einen Wasserfilter laufen lassen.

Brunnen in Städten: Von Zierbrunnen und Trinkwasserbrunnen

Frisches Wasser! Gerade wer unterwegs einmal Durst hatte, weiß wie wertvoll das kühle Nass sein kann - man findet es häufig, doch nur selten ist es problemlos trinkbar!

Künstlicher See – Decksteiner Weiher, viel Wasser, aber nicht nutzbar!

Manche Brunnen können in Städten tatsächlich zur Versorgung mit Trinkwasser genutzt werden. Aber viele der städtischen Zierbrunnen enthalten auch Umwälzanlagen und pumpen die gleiche Wassermasse eigentlich nur aus einem Reservoir, welches bei Bedarf (Verlust durch Verdunstung) nachgefüllt werden, bei denen jedoch das alte Wasser erneut nach oben gepumpt wird. Aus diesen Brunnen sollte man – auch mit Wasserfilter – NICHT trinken, da hier von einer Belastung mit Keimen und Bakterien ausgegangen werden muss! Klar, gegen Mikroorganismen gibt es die Möglichkeit Wasser chemisch (Chlor), oder durch UV-Bestrahlung aufzubereiten, aber eine Garantie dass das Wasser danach wirklich bedenkenlos trinkbar ist, gibt es nicht.

Sofern man nicht weiß, oder sich nicht sicher ist, welcher der lokalen Brunnen ein reiner Zierbrunnen, und welcher Brunnen tatsächlich ans Trinkwassersystem angeschlossen ist, sollte man von dieser Möglichkeit der Wasserentnahme unbedingt absehen. Es ist in Deutschland leider nicht die Norm dass es öffentliche Stellen gibt, an welchen man bedenkenlos Trinkwasser entnehmen kann.

Hat man keine Städte in der Nähe, macht es Sinn in der Natur die Augen aufzuhalten. Der erste Gedanke der vielen kommen mag, dreht sich dabei um Bäche, Flüsse oder gar Seen, jedoch würde ich von diesen Wasserquellen doch abraten.

Die Dhünn - ein Flusssystem welches oft durch landwirtschaftlich genutzte Flächen führt. Daher nicht als Trinkwasserquelle zu nutzen!

Die Dhünn – ein Flusssystem welches oft durch landwirtschaftlich genutzte Flächen führt. Daher nicht als Trinkwasserquelle zu nutzen!

Unsere Flüsse, sowie unsere Bäche, sind teils ziemlich stark belastet, auch wenn sich gewisse Indikatoren für eine Verbesserung der Wasserqualität finden lassen, wie zum Beispiel Flusskrebse. Ich möchte es am Beispiel der Strunde erörtern. Dieser Bach, welcher von etwas oberhalb Bergisch-Gladbachs nach Köln fließt, galt eine ganze Zeit als der fleißigste Bach Deutschlands, da hier bis zu 36 verschiedene Mühlen angetrieben wurden.

Jedoch leiteten diese Mühlen auch ihre Abwässer in die Strunde, und sie ist selbst heute noch – nachdem bereits seit Jahrzehnten keine Mühle mehr Abwasser einleitete – stark mit Schwermetallen belastet. Das Wasser dieses Baches wird auch in Jahrzehnten noch unbrauchbar als Trinkwasser sein.

An Flüssen ist die Situation nochmal eine ganz andere. Viele Flüsse laufen auch durch landwirtschaftlich genutzte Stellen, so dass Abwässer und Fäkalien in sie gelangen, und sie dadurch belasten. Neben der Landwirtschaft spielt auch – gerade bei größeren Flüssen – die Binnenschifffahrt sowie die Industrie mit ihren Abwässern eine sehr große Rolle! Als Trinkwasser ist Fluss- oder Bachwasser daher völlig ungeeignet.

Ein Quellgebiet im Siebengebirge - ob man daraus wirklich trinken mag?

Ein Quellgebiet im Siebengebirge – ob man daraus wirklich trinken mag?

Bei einem Bachlauf ist es immer ratsam die Quelle zu suchen, da hier weniger Belastung zu erwarten ist. Zudem sollte man darauf achten dass oberhalb der Quelle keine menschlichen Behausungen zu finden sind, da hier auch eine Verunreinigung entstehen kann.

Zudem gibt es vier grundsätzliche Arten von Quellen, welche auch wieder eine Auswirkung auf die Trinkbarkeit des ihnen entspringenden Wassers haben können. Die Thematik der Quellen ist ziemlich breit gefächert, und es würde hier den Rahmen sprengen alles aufzuzählen, da es auch den Bereich Geologie streift, und ggf. auch mineralische Zusätze und metallische Stoffe beinhaltet.

Um es zu verdeutlichen ein Beispiel aus den USA, hier die Wüstenregionen in Nevada: Es gibt dort kleinere Quellen, die extrem sauber wirken, in deren Umkreis sich jedoch viele tote Tiere finden lassen. Gerade in diesen heißen Regionen verleiten solche Quellen zum trinken, jedoch wäre dies ein einmaliger Fehler, da diese Wasserstellen Arsen aus den Steinen mitgenommen haben, durch welche sie aufsickerten. Trinkt man es, vergiftet man sich.

Quellen können also auch Schadstoffe enthalten, die in natürlicher Form auftreten können!

Grundsätzlich ist das meiste Quellwasser in Deutschland unbedenklich, sofern nicht gerade Müllhalden darum angewachsen sind. Meist kann man unbedenklich aus ihnen trinken, aber wer auf Nummer sicher gehen möchte, dem sei auch hier empfohlen einen Wasserfilter zu nutzen, oder das Wasser zumindest vorher abzukochen!

Eine weitere Möglichkeit bietet Regenwasser, allerdings sollte man auch dieses – wegen der Belastung durch Feinstaub und anderen Partikeln die aus der Luft gespült werden – vor dem Trinken filtern! Der größte Nachteil bei Regenwasser: Es regnet nicht auf Bestellung!

Der Nutzen von Wasserfiltern

mfh-wasseraufbereiter-wasserfilter-006

MFH Wasseraufbereiter – Absolut untauglich für gesundes Wasser. Im Bereich Wasserfilter sollte man nicht sparen, wie dieses tragische Beispiel belegt…

Wasserfilter entfernen Schwebteilchen aus Wasser – grob formuliert. Es gibt bei diesen Schwebteilchen verschiedene Größen, je kleiner sie sind, desto geringer muss die Porengröße eines Trinkwasserfilters sein. Es gibt Filterelemente die klein genug sind, um auch bestimmte Viren und Bakterien aus dem Wasser zu filtern, aber sie bilden keinen 100 Prozentigen Schutz, und schon gar nicht vor allen Viren oder Inhaltsstoffen. Die verfügbaren Hilfsmittel minimieren ein Risiko, aber man sollte niemals davon ausgehen dass Filter und Zusätze das Wasser wirklich 100% entkeimen. Auch wenn Hersteller dies versprechen mögen.

Man mag mich für übervorsichtig halten, aber ich weiß wie schlimm eine Amöbenruhr sein kann, und wie eng man bei einer Infektion an der Schwelle zum Tod steht.

Daher filtere ich erst dass Wasser, und koche es dann nochmals ab, bzw. verwende einen chemischen Entkeimer. Dadurch dauert es zwar etwas länger bis ich mein Trinkwasser habe, aber bislang blieb ich auch von entsprechenden Erkrankungen verschont. Es geht eben um Risikominimierung und die Erhaltung der eigenen Gesundheit. Die Medizin mag zwar heute vieles wieder in Griff bekommen, aber es ist immer besser nicht darauf zurückgreifen zu müssen. Anders ausgedrückt: Vorsicht ist besser als Nachsicht!

Der sicherste Weg brauchbares Trinkwasser zu erhalten, wäre das Destillieren. Aber auch hier gibt es wieder neue Probleme, da destiliertes Wasser auch wichtige Stoffe verliert, welche der menschliche Körper braucht, und die ihn schützen. Und mal Hand aufs Herz: Welcher Wanderer schleppt schon eine komplette Destille mit sich herum?

Kommentar verfassen

Networks:
Statistik:
  • 16
  • 102
  • 119
  • 7