Trekking – Outdoor – Bushcrafting

Sevylor Pointer K1 – Praxistest

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Sevylor Pointer K1 – Badeboot mit sportlichem Anstrich

Eines vorweg – das K1 ist kein schlechtes Boot, es kommt eben darauf an wo man damit paddelt. Aber für leichtes Wildwasser, würde ich es nicht empfehlen wollen! Da habe ich auf der Sieg, die durchaus ihre Tücken haben kann, zu schlechte Erfahrungen gemacht. Dennoch würde ich das Pointer K1 bedingt empfehlen…

Ein aufblasbares Kajak bietet einem die Möglichkeit mit Bus und Bahn zum Wasser zu gelangen, und dort dem Paddeln zu fröhnen. Nachteilig ist jedoch das Gewicht. Das Sevylor Pointer K1 wiegt in etwa so viel wie ein klassisches Faltboot – gut und gerne 15 Kilo, ohne Modifikationen. Wenn man dann noch zusätzliches Gewicht in Form von Trinkwasser und Ausrüstung dabei hat, kommt man locker auf 25 bis 30 Kilo, die erst einmal getragen werden wollen.

Sevylor Pointer K1 - Auf ruhigem Wasser ein tolles, wenn auch langsames Boot

Sevylor Pointer K1 – Auf ruhigem Wasser ein tolles, wenn auch langsames Boot

Die mitgelieferte Tragetasche ist zwar nett gemeint, aber man kann sie nicht einfach Schultern. Tut man es dennoch, schneiden die Riemen stark ein. Ebenfalls negativ: Ein Paddel sowie die notwendige Pumpe gehören nicht zum Lieferumfang, und bilden auch nochmal zusätzliches Gewicht!

Also wenn man nicht besonders fitt, oder gut zu Fuß ist, wird die Mobilität eines solchen aufblasbaren Kajaks durch die Strecke die man laufen muss, doch wieder stark eingeschränkt. Eine Trekkingtour, bei welcher man von Fluss zu Fluss laufen muss, würde ich mir mit dem Ding nicht zumuten wollen!

Alu verstärkter Süllrand des Sevylor K1

Mit Aluschienen nachträglich verstärkter Süllrand – ohne hält dieser kaum den Spritzschutz!

Das Kajak selbst hat eine einzige, aus Hartschaum bestehende, Versteifung auf der Oberseite. Diese soll verhindern dass Spritzwasser durch den Süllrand gelangt. Was gut gemeint ist, aber nicht wirklich viel bringt, da man bereits beim Einsteigen den Süll soweit herunterdrückt, dass hier leicht Wasser übergeht, und man im Nassen sitzt.

Ich habe mir den Süllrand daher mit ein paar Alustangen verstärkt, was jedoch auch wieder auf das Gewicht der Ausrüstung Einfluss nimmt.

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Kann zum Verlust von Kleidung und Ausrüstung führen – Die Heckklappe des Sevylor Pointer K1 öffnet sich zu schnell!

Gut gemeint ist sicherlich auch die Ladeluke, hinter dem Sitz, allerdings sitzt diese nicht besonders fest auf, wird praktisch nur durch einen Gummizug fixiert. Kentert das Sevylor Pointer K1 nun in einem Fluss, und befindet sich Gepäck unter dieser Lucke, fällt dieses aus dem Boot – was zum Verlust von Ausrüstung führen kann.

Sevylor hätte, meiner Meinung nach, auf diesen Zugang verzichten können, da man ohne weiteres Gepäck vor dem Einbau des Sitzes nach hinten durchschieben kann. Zumal für den Abfluss von nach innen gelangtem Wasser am Bootsrumpf verschließbare Öffnungen vorhanden sind.

Fahrverhalten des Sevylor Pointer K1

Das Sevylor Pointer K1 lässt sich leicht drehen da es keinen nennenswerten Kiel aufweist, sondern flach auf dem Wasser aufliegt. Das macht es im Geradeauslauf natürlich schwächer, und in Wildwasser ziemlich unberechenbar. Ein Kentern lässt sich leider kaum verhindern, da dass Wasser, bzw. die Wellen, seitlich nicht unter das Boot fließen, sondern es auf die Welle heben, und umwerfen.

Paddeln mit dem Sevylor Pointer K1 - Badeboot, oder auch für Wildwasser geeignet?

Wildwasser, auch leichtes, sollte man mit dem Sevylor Pointer K1 definitiv meiden!

Auch beim normalem Geradeauslauf auf ruhigem Gewässer bietet es einen beständigen Widerstand. Hat man einmal Fahrt aufgenommen, und möchte eine Pause beim Paddeln einlegen, so kommt es relativ schnell zur Ruhe, und man bleibt, auf kleineren Seen, schlicht stehen. Ein beständiges Paddeln ist somit von Nöten um wirklich weiter zu kommen. Treiben? Unmöglich.

Solange man in die Wellen hineinfährt, fährt man sicher – Wellen von der Seite beenden den Spaß recht schnell. In Verbund mit der unsicheren Lucke verliert man ebenfalls schnell mitgeführtes Gepäck. Hier würde es Sinn machen eine wasserdichte Tasche mit Schwimmkörpern mit sich zu führen – was natürlich wiederum das Packmaß reduziert.

Gut surfen kann man mit dem Sevylor Pointer K1 leider auch nicht, da sich das Boot dem Wellenmuster relativ gut anpasst. Also wenn von hinten eine Welle kommt, wird man nicht vorwärts getragen, sondern ruht darauf aus.

Mein Persönliches Fazit

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Ohne die Alurohre am Süllrand, hätte der Sitz keinen praktischen Nutzen – das Boot ist zu weich, als dass es stabilisieren könnte!

Nachdem ich auf der Sieg, wie eingangs erwähnt, ziemlich negative Erfahrungen gemacht habe – unter anderem den Verlust meiner Kleidung, meiner Kamera, sowie anderer Ausrüstung durch besagte Packlucke – zweimaligem Kentern, beim zweiten Mal mit einem unschönen Bodenkontakt (Kopf auf Stein, inkl. Gehirnerschütterung), bin ich zu der Überzeugung gelangt dass das Sevylor Pointer K1 ein nettes Badeboot, mit sportlichem Anstrich ist.

Aber für Wildwasser, und sei es nur Stufe I, ist es absolut unbrauchbar und ich würde sogar soweit gehen abzuraten mit diesem Ding auf den Rhein zu gehen, da hier auch einige sehr unschöne Wellen durch Containerschiffe, oder Passagierdampfer zu erwarten sind, welche seitlich vom Boot genommen, dieses durchaus umwerfen können.

Und wie gesagt, Kenterrollen, oder Eskimotieren ist nicht mit diesem Kajak – hier kann sich nun jeder selber ausmalen wie es ist im Rhein aussteigen, und das Ding an Land schieben zu müssen!

Es kann gefährlich werden…

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