Trekking – Outdoor – Bushcrafting

DIY voll einstellbarer Rucksack MOLLE-System

Militaerrucksack-selber-machen-026Winterzeit ist Bastelzeit – jedenfalls für Schönwetterbushcrafter wie mich. Nicht dass mein letztes Projekt – der 110 Liter Rucksack – schon kaputt wäre, nein. Der funktioniert noch immer einwandfrei, aber ich wollte etwas Neues ausprobieren und habe mich an einen neuen Rucksack gesetzt.

Ziel auch hier: MOLLE als Basis für Erweiterungen zu nehmen, massig Material mitschleppen zu können, und dabei ein leichtes, aber dennoch stabiles Rucksacksystem mit einem weichem Beckenpolster zu schaffen.

Genäht wurde das Ganze auf einer ca. 20 Jahre alten, vor zehn Jahren gebraucht (80€) erstandenen Privileg Modell 1218 Haushaltsnähmaschine. Als Nadeln haben ganz normale Jeansnadeln hergehalten. Ist zwar nicht die Profiausstattung, aber es funktioniert. Ich weiß schon gar nicht mehr wie viele Jacken, Hosen, Zelte, Bootshäute und was sonst noch unter dem Ding entstanden sind – ist auch egal, wichtig ist eben dass es klappt.

Die Material- und Einkaufsliste liest sich wie folgt:

  • 20 Meter Nylongurt 2,5 cm 9,80 € (Nähkaufhaus)
  • 20 Meter Nylongurt 5 cm 15,80 € (Nähkaufhaus)
  • 3 Meter Cordura-Nylon 420 DEN – 13,20 € (Extremtextil)
  • 5 Meter Paracord 8,99 € (ASMC)
  • 500 Meter Polyestergarn gewachst (Kurzwarenbedarf/Laden)
  • 1 Schaumstoff-Isomatte von Amazon 3 € (Schnäppchen)
  • 1 Satz Schulterriemen eines alten LC2 Koppels 6,99 € (ASMC)
  • 1 Meter Klettband (Flausch & Klett) 5 cm 3,20 € (Extremtextil)
  • 4 Clickverschlüsse 2,90 € (Globetrotter/Laden)
  • 10 Meter Einfassband 20mm 4,90 (Nähkaufhaus)

Gesamt: 73,78 €

Militaerrucksack-selber-machen-023Nun verbraucht man natürlich nicht alles an Material alleine für den Rucksack. Ich würde, wenn ich jetzt über den Daumen peile, sagen dass man für rund 50 Euro einen stabilen, und brauchbaren Rucksack für längere Touren auf die Beine bekommt, und noch Material für MOLLE-Taschen, oder aber kleinere Arbeiten übrig behält. Vom Gurtband bleibt definitiv was über, und daraus kann man eigentlich immer etwas machen. Ist also eine Investition auch in andere Projekte.

Anleitung:

Variables Tragesystem

verstellbares-traegersystem-rucksackDas Tragesystem wird aus 12 je ca. 25 cm langen 50mm, sowie 40 je 12,5 cm langen 25mm Gurten gefertigt. Dabei werden die breiten Gurtbänder übereinander gelegt und an einer Seite vernäht. Je zehn der 25mm Gurte werden hintereinander – und zwar eng hintereinander – in die offene Seite der breiteren Gurte eingelegt, und so miteinander vernäht dass der Abstand zwischen den beiden breiten Gurten je 5,5 cm beträgt.

Ich hoffe dass die Grafik halbwegs verständlich ist, ansonsten – unten ist das Kommentarfeld! Jedenfalls brauchen wir vier von diesen Dingern. Zwei für den Hüftgurt, zwei für die Schultergurte …

Für die Befestigung der Schultergurte brauchen wir nochmals zwei 18 cm lange Bänder des 50mm Gurtes, sowie 2 mal je 6 cm Flausch- und Klettband für den Verschluss, und ca. 18 cm 25mm Band für die Befestigung der D-Ringe (ca. 60 Cent im Kurzwarenbedarf). Auch hier hoffe ich dass das Foto erklärt wie es gemeint ist.

Vorderseite, Rückseite & Polsterung

Militaerrucksack-selber-machen-016Aus der Schaumstoffmatte wird ein Rückenstück geschnitten. Ich muss gestehen, ich habe frei Auge gemessen, ist aber nicht weiter tragisch, denn dieses Rückenstück wird dann genutzt um Drei Stücke Cordura in der gleichen Größe aufzuzeichnen und dann auszuschneiden. Dabei bitte immer 2 cm Nahtzugabe beigeben!

Militaerrucksack-selber-machen-006Auf das erste Stück Cordura wird die Befestigung für die Schulterträger sowie den Hüftgurt vernäht. Hier sollte man die Nähte ruhig drei, oder viermal nachziehen, da es nachträglich sehr schwer wird diese nachzubessern. Dieses erste Stück mit der Rückenbefestigung legen wir nun auf das Zweite Stück Cordura, und vernähen diese beiden Teile zu einem Sack der oben offen bleibt. Die überstehenden Ränder müssen dabei nach außen zeigen, weil wir diese später mit den Seitenteilen vernähen werden.

Das dritte Stück Cordura wird die Vorderseite werden. Hier können wir nun Taschen, oder eben MOLLE Streifen aufnähen. Bei MOLLE immer beachten dass die Nähte doppelt gemacht werden, da diese doch teils auch stärkeren Belastungen standhalten müssen.

Boden und Seitenteile

Militaerrucksack-selber-machen-014Für das Seiten und Bodenteil – welches aus einem Schnitt mit Verstärkung besteht – brauchen wir einmal die Seitenlänge des Schaumstoffteils, sowie die Breite. Für den Durchmesser des Rucksack habe ich mich für ca. 25 cm entschieden, bleibt aber natürlich jedem selbst überlassen. Angenommen der Rucksack hat eine Höhe von 50 cm und eine Breite von 40 cm, dann müssen wir ein Teil von 140 cm Länge und 25 cm Breite ausschneiden. Bitte auch hier stets Nahtmitgabe von 2 cm berücksichtigen – also 144 cm Länge und 29 cm Breite.

Für die Verstärkung des Bodens brauchen wir nochmals ein Stück von 44cm Länge, und 29 cm Breite. Dieses Bodenteil nähen wir auf den Teil der Seitenteile, welcher am Ende eben am Boden liegt. An dieser Verstärkung kann man MOLLE-Streifen anbringen, oder es einfcah nur vernähen. Ich habe mich für die Streifen entschieden, da ich so Zelte oder Isomatten unter dem Rucksack befestigen kann. Die Seitenteile der Bodenverstärkung werden nach innen eingeschlagen, und so vernäht, dass die Nahtzugabe zwischen dem eigentlichen Seitenteil, und der Bodenverstärkung verschwindet.

Für die MOLLE-Streifen der Seitenteile orientieren wir uns an den Streifen des Vorderteils!

Wenn wir da den Punkt haben, an welchem diese beginnen, können wir an unseren Seiten sowohl nach oben, als auch nach unten gehen. MOLLE ist ein standardisiertes System – es besteht aus 25 mm breiten Streifen, die im Abstand von 25 mm zueinander, und in einer Weite von 40mm voneinander miteinander vernäht werden … so viele Einanders, oh weh, aber Anleitungen schreiben war noch nie meins.

Hochzeit

Militaerrucksack-selber-machen-020Wenn wir alles fertig haben, also Rückenteil, Bodenteil, Seitenteile und Vorderteile, sollten wir zwei rechteckige Bauteile, und einen langen Streifen bekommen haben. Wir legen die Seiten die später das Äußere des Rucksacks werden, aufeinander, so dass diese, wenn wir die Einzelteile vernähen, nach innen schauen. Die Nahtüberschüsse, sprich die Nahtzugaben, werden wir – wenn die Dinger vernäht sind – mit dem Einfassband nochmals verstärken. Das hat den Sinn dass diese später nicht auffransen, und der Rucksack sich in seine Bestandteile auflöst. Vor dem Einfassen sollte man die Nahtzugaben auch noch mit einem Feuerzeug, oder einem heissen Bügeleisen verschmelzen.

Sind die Teile zusammengenäht, und die Einfassung ebenfalls angebracht, wird der ganze Rucksack auf Kehrt gedreht, so dass das Äußere auch endlich nach Außen kommt. Jetzt noch die Befestigungen für die Träger anbringen, den Hüftgurt fertigen und ebenfalls anbringen, und schon ist der Rucksack fertig …

 

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