Trekking – Outdoor – Bushcrafting
miltec_tauchermesser_03

Das perfekte Outdoormesser? Wer die Wahl hat, hat die Qual – oder er geht mit Vernunft an die Sache heran (Bild dient nur als Beispiel)…

Ich finde es manchmal immer wieder lustig, wenn ich sehe dass irgendwelche Outdoorgänger mit Kampfmessern und halben Macheten durch die Gegend laufen. Am besten noch in Rambo-Manier mit Kompass, Überlebenskapsel und anderem Firlefanz Dann frage ich mich jedes mal „Was wollen die Typen damit??“. Es gilt die berühmte Weisheit: Nicht auf die Größe des Hammers kommt es an, sondern wie man damit nagelt – Und das gilt insbesondere auch für Outdoor Messer…

Zum einen ist Kampfmesser rechtlich bedenklich, da bei vielen die Klingenlänge (Von der Spitze bis zum Griffansatz des Messers) über 12 Zentimeter deutlich hinausgeht. Was über 12 Zentimeter rausgeht, unterliegt dem Verbot des Führens in der Öffentlichkeit, und man kann – insbesondere wenn man Outdoor mal heimlich und unerlaubter Weise übernachtet, schnell mal in eine Kontrolle geraten. Wenn man dann nicht einen guten Grund nennen kann (Berufsausübung, Brauchtumspflege, Sport oder ein allgemein anerkannter Zweck????), kann der Ausflug sehr schnell teuer und strafrechtlich relevant werden!

Zum anderen stelle ich mir die Frage, was will man mit einem längeren Outdoor Messer überhaupt? Ich meine, um Fische auszunehmen, sofern man im Besitz eines Angelscheins ist, reicht auch eine Klinge von 12 Zentimetern und kürzer. Ebenso für die meisten Arbeiten die beim Campen anfallen. Mir wäre es jedenfalls neu dass man einen Fisch aus deutschen Flüssen zieht, der eine halbe Machete erfordert, oder das man diese für den Aufbau eines Zeltes benötigen würde. Selbst Wildschweine jagen ist – von der unerlaubten Tätigkeit des Wilderns ganz abgesehen – mit einem Messer eher dämlich.

Klar, einige Kampfmesser haben Funktionen die recht praktisch sind. Beispielsweise die alten NVA Bajonette, oder die moderneren Kampfmessser die mit einer Drahtschere und einer stabilen Scheide daherkommen. Zudem vermindert bei Messern mit feststehender Klinge eine stabile Scheide auch die Verletzungsgefahr, welche ja immer auch ein wenig gegeben ist.

Praktisch, aber leider verboten, sind Messer die man mit einer Hand öffnen kann und bei welchen man zum Schließen, einen Arretiermechanismus lösen muss. Dies betrifft auch kleinere Messer, welche mit einem Daumenpin geöffnet werden. Die Arretierung sorgt hierbei für den Schutz vor Verletzungen!

Interessiert den Gesetzgeber leider nicht – klar, die machen sich ja um den Sinn dahinter keine großen Gedanken!

Für die meisten Anforderungen reichen durchaus ein vernünftiges Taschenmesser, oder so genannte Rettungsmesser. Mal Hands aufs Herz – wer kommt schon in die Situation ein Schwein erlegen und zerlegen zu müssen, oder hinter der nächsten Ecke auf böse Gegner zu warten, welche man mit Kampfmessern ausschalten muss?

Aber zum Messer selber:

Wichtig sind, die Verbindung von Griff zu Klinge, welcher Stahl verwendet wurde – Je härter, desto länger scharf, allerdings auch mit dem Nachteil dass härterer Stahl spröde ist, und gerne Kerben entstehen lässt, und ebenfalls wichtig, ist dass Ding Rostfrei!

Was man sich beim Messerkauf immer fragen sollte Liegt es gut in der Hand? Wie schwer ist es? Kann ich es, im Zweifelsfalle, mit einer Hand öffnen und klappt es nicht zu schnell wieder ein (Ist schon als negativ zu bewerten wenn im Zweifelsfalle die Finger auf dem Boden liegen!)? Rutscht mir der Griff nicht aus der Hand, wenn es mal feucht ist? Und die wichtigste Frage: „Was will ich überhaupt mit dem Messer?“.

Am häufigsten verwendet man Messer dazu Hölzer, Schnüre, gelegentlich auch Stoffe zu schneiden. Je nach Anforderung kommt noch dass Ausnehmen von Fischen hinzu. Wichtig ist also dass die Klinge lange scharf bleibt, aber nicht zu schnell kerben abbekommt.

Eine Sägezahnung auf dem Messerrücken, mag zwar toll aussehen, aber solange die Zähne nicht auch scharf sind, macht sie recht wenig sind. Die Zähne bei einem Messer, sind „eigentlich“ dazu gedacht den Schnittgrad der Klinge, vor zu schnellem abstumpfen zu schützen. Zum Sägen von Holz, gibt es andere Mittel als Messer. Hierbei sei auf Klappsägen, und diese kleinen, zusammengerollten Drahtsägen hingewiesen. So billig sie auch wirken mögen, sie sägen Äste doch wesentlich besser als jedes Messer.

Ich kann nur jedem dazu raten sich Messer beim Kauf immer anzusehen und auch mal in der Hand zu halten. Reines Aussehen, wie bei den Messern von Mil-Tec, ist nicht alles. Insbesondere dann nicht, wenn man diese im Feld- oder Outdoorbereich einzusetzen gedenkt. Sofern man sich nicht wirklich mit Messern, Herstellern und Material auskennt, ist es durchaus ratsam sich in mehreren Outdoor, und Fachgeschäften vor dem Kauf Ratschläge einzuholen.

Eine Antwort auf Das perfekte Outdoor-Messer??

  • Alles nur Schein bei den Jungs die mit den Macheten durch den Wald hüpfen, ich persönlich die kurzen kräftigen Klingen mit denen sich auch schwere Arbeiten gut erledigen lassen. Super Beitrag!

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