Trekking – Outdoor – Bushcrafting

Kann ich mit einem aufblasbarem Kajak auf dem Rhein?

Paddeln mit dem Sevylor Pointer K1 - Badeboot, oder auch für Wildwasser geeignet?

Paddeln mit dem Sevylor Pointer K1 – Badeboot, oder auch für Wildwasser geeignet?

Outdoor wird mehr und mehr gesellschaftsfähig. Immer mehr Menschen begeistern sich am Wochenende für den Spaß in freier Natur – und auf dem Wasser! Das Angebot an Möglichkeiten schnell aufs Wasser zu kommen steigt daher, und man sieht immer häufiger Menschen die mit irgendwelchen aufblasbaren Spaßbooten auch auf die größeren Flüsse drängen.

Eine Frage die dabei immer wieder gerne gestellt wird, ist die, ob man mit diesen relativ günstigen aufblasbaren Booten auch auf den Rhein könne! Händler und Hersteller versprechen teilweise Wildwasserfähigkeiten ihrer Produkte, spielen dabei allerdings – ob wissentlich oder nicht – mit dem Leben ihrer Kunden!

Wer sich wirklich ernst- und dauerhaft auf das Abenteuer Wassersport einlassen will, dem rate ich dringend dazu auf ein vernünftiges Gefährt zu sparen, und sein Geld nicht in irgendwelche Aufblasboote zu versenken. Denn um’s Versenken geht es hier: Im Zweifelsfalle versenkt man sich selbst, und wer sich mit dem Strömungsverhalten von Flüssen wie dem Rhein nicht auskennt, wer nicht versteht was Kehrwasser, Strudel und Co. sind und der dann mit Gummibooten herumexperimentiert, dessen Wellen-, Gleit- und Kippverhalten er nicht einschätzen kann, der setzt sein Leben aufs Spiel!

Wenn es um Transport und Lagermöglichkeit eines Festkörperkajaks geht, bietet sich eine Mitgliedschaft in einem der unzähligen Kanu-Vereine entlang der deutschen Flüsse an, oder aber man investiert sein Geld in ein vernünftiges Faltboot. Das mag im ersten Moment sehr viel teurer sein, aber das Fahrverhalten und das Verhalten bei Wellengang und Strömung ist ein gänzlich anderes, als bei Luftbooten.

Auch sollte man erste Touren in Gesellschaft unternehmen, damit – falls etwas passiert – jemand dabei ist, der Hilfe leisten kann. Schwimmwesten sollten ganz klar Pflicht sein, auch wenn es leider kein Gesetz gibt, welches diese vorschreibt. Aber auch mit Schwimmweste sollte sich jeder darüber im klaren sein dass diese Dinger lediglich dabei helfen über Wasser zu bleiben. Das Schwimmen gänzlich abnehmen? Eher nicht. Und es bleibt immer noch die Strömung, welche nicht zu unterschätzen ist!

Wenn jemand absoluter Anfänger ist, und auch nicht die Möglichkeit in Anspruch nehmen kann, oder will, sich einem Verein anzuschließen, dem würde ich zumindest dazu raten sich Ausleger an sein Kajak anzubringen. Diese kann man relativ leicht selbst machen, aber sie bieten ein Plus an Kentersicherheit, allerdings auch keine Garantie.

Anfängern würde ich dazu raten auf ruhigen Gewässern zunächst zu üben. Hierfür bieten sich einige Seen, wie in Köln der Fühlinger See, an, oder aber die ruhigeren Flüsse wie Lahn oder Mosel. Wobei bei Letzterer auch wieder Bugwellen durch den Binnenverkehr eine Rolle spielen können, jedoch ist die Strömung dort nicht so brutal wie sie es stellenweise im Rhein ist. Wer permanent nur auf derart ruhigem Gewässer wie eben ruhigen Seen paddeln, oder es als Angelboot nutzen will, für den kann ein solches Aufblasboot nett sein, aber man sollte doch stets daran denken dieses Gefährt nicht in richtigen Gewässern zu nutzen.

Wenn man sich sicher ist dass dieser Sport einem liegt, dann sollte man wie gesagt auf ein vernünftiges Boot sparen, statt sich und andere unnötig in Gefahr zu bringen. Wer hingegen nur gelegentlich paddeln möchte, für den gibt es ausreichend Möglichkeiten sich Kajaks, oder Kanus für ein Wochenende zu mieten. Meist kümmern sich die Firmen die solche Dinge anbieten dann auch um die Abholung der Boote, und geben zudem noch einen Crashkurs in Sachen Sicherheit auf dem Wasser.

Nicht verlassen sollte man sich auf die Werbeversprechen und tollen Videos der Hersteller – diese zeigen zwar teilweise wie in aufblasbaren Kajaks Wildwasser gefahren wird, allerdings handelt es sich bei den Fahrern dieser Boote immer um absolute Profis die selbst mit einer Apfelsinenkiste noch tolle Manöver hinbekommen. Und wer glaubt dass ich übertreibe, der sollte man bei Google nach Unfällen mit aufblasbaren Gummibooten suchen. Ich vermute, mit einem gewissen Unwohlsein, dass sich diese Art der Meldungen in der kommenden Zeit verstärken werden …

Unfall in Kempten mit aufblasbarem Kajak
Gekentert mit einem aufblasbarem Kajak – Retter ziehen Mann bei Köln aus dem Wasser
Aufblasbares Kanu auf Donau gekentert – Mann tot
Paar mit aufblasbarem Kanu gekentert – Kampf ums Überleben

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