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Outdoornahrung - was Essen im Wald? Von Krabbeltieren und Tütensuppen...

Outdoornahrung – was Essen im Wald? Von Krabbeltieren und Tütensuppen…

Viele Survivalfreaks zeigen in Youtube-Videos wie sie Outdoornahrung, also Heuschrecken, Krabbelkäfer, Würmer und anderes Getier, nebst diversen Pflanzen verspeisen. Klar, man muss so etwas können, denn wenn die nächste Zombieapokalypse kommt, gibt es zwei Hauptspeisen: Ekelhaften Krabbelkram, oder den Nachbarn. Mir bot auch einmal ein Survivalfreak irgendwelches Gewürm an. Schaute mich kauend und grinsend an, während er mir einen Wurm hinhielt. Hatte ihm dann gesagt dass er auch Kekse hätte haben können, wenn er hungrig wäre. Der Gesichtsausdruck? Unbezahlbar!

Wer sich abseits der Survival-Szene bewegt, der steht allerdings ernsthaft vor der Frage wie es mit dem Nachschub an Nahrung aussieht…

Zunächst einmal die Grundlage: Futter ist wichtig. Immens wichtig sogar. Klar, man kann ein paar Tage ohne Nahrung auskommen, allerdings sollte man sich hier nichts vormachen: Es ist schmerzhaft und es trägt nicht gerade zur Gesunderhaltung des Körpers bei. Mit der Nahrung nehmen wir wichtige Mineralstoffe, Zucker, sowie andere Dinge auf, welche wir einfach brauchen um zu funktionieren.

Man könnte es auch mit einem Motor vergleichen: Gibt man nicht genug Treibstoff zu, bleibt die Karre irgendwann stehen. Auch wenn das Kühlwasser ausreicht…

Die Haute Cuisine des Bushcrafters - es muss nicht immer Regenwurm sein!

Die Haute Cuisine des Bushcrafters – es muss nicht immer Regenwurm sein!

Hungern wir, oder erfahren wir eine Mangelernährung, dankt der Körper dies gegebenenfalls mit Krämpfen, Verdauungsproblemen, Wahrnehmungsstörungen und Kreislaufproblemen. Je weniger Nahrung zugeführt wird, desto wahrscheinlicher werden Komplikationen. Gerade auch bei körperlicher Anstrengung. Insbesondere wenn man unter einer Stoffwechselerkrankung wie Diabetes leidet, sollte man von Experimenten diesbezüglich absehen!

Zum Thema Outdoornahrung: Ja es ist möglich, aber es ist auch mit einem großen Energieaufwand verbunden, da man im wahrsten Sinne des Wortes von der Hand in den Mund lebt. Alternative Nahrungsquellen wie Fleisch und Fisch sind oft mit rechtlichen Problemen verbunden.

Einen Angelschein, oder Fischereischein wie es heute heißt, kann man sich noch leisten. Dieser erlaubt den Fang von Fisch aus Gewässern. Jedenfalls aus öffentlichen Gewässern! Man darf damit allerdings nicht beim örtlichen Angelverein einbrechen, und deren Tümpel leerfischen.

Das Erjagen anderer Beutetiere setzt das Vorhandensein eines Jagdscheins voraus. Dieser ist sehr teuer, und gestattet zudem nur die Jagd mit geeigneten Waffen! Sprich Schusswaffen! Auch diese sind wiederum sehr teuer und Besitz und Führung sind mit jeder Menge Auflagen verbunden.

Die Fallenjagd, welche von einigen Zeitgenossen – natürlich nur zu Lehrzwecken – gezeigt wird, ist verboten. Ob man einen Schein hat, oder nicht spielt hier keine Rolle.

Essbare Pflanzen, welche auch wieder als Outdoornahrung gelten, sind ebenfalls so eine Sache – wenn man hier nicht genau weiß was man da tut, steckt man ganz schnell in der Patsche!

Klar, jeder kennt Himbeeren, Äpfel, Kirschen, etc. – eben das Standardangebot des nächsten Supermarktes. Aber bei anderen Pflanzen, oder Pilzen, ist die Gefahr sich eine Vergiftung einzuhandeln einfach zu groß. Man sollte daher, wenn man sich nicht wirklich auskennt, im eigenen Interesse auf derartige Experimente verzichten und dann lieber einen entsprechenden Kurs besuchen.

Klar, der Vogel aus dem Internet hat aber gesagt … ja, der Vogel aus dem Internet sitzt vor seiner Tastatur, kennt sich wahrscheinlich auch wirklich aus, und weiß nichts von dir, oder von den Dingen die du nicht kennst! Das ist wie mit den Doktoren im Netz: Du hast Kopfweh? Dann hast du alles: Von Migräne über Ebola bis hin zu dem Umstand dass Aliens dich mit Mikrowellen braten. Du bist für dich selbst verantwortlich, und nicht der Kerl aus dem Internet. Fakt!

Was nun machen um unterwegs nicht am Hungertuch zu nagen und kriechende Outdoornahrung nicht unser Fall ist?

Für den Outdoor-Bereich gibt es jede Menge Trockennahrungsprodukte die nur noch mit heißem Wasser aufgeschüttet werden müssen. Quasi eine Fünfminuten-Terrine für Waldläufer. Sind auch recht günstig zu haben. So ab fünf Euro das Päckchen!

Die hohen Energiewerte dieser Speisen werden meist durch Zucker oder Fette, geliefert. Also im Grunde Mogelpackungen und nichts weiter als überteuerte Tütensuppen. Letztere gibt es übrigens ab 30 Cent, und die lassen sich genauso gut unterwegs zubereiten und weisen, oh Wunder, oftmals ähnliche Nährwerte auf. Aber was solls? Der Kunde kauft, um sich selbst zu beweisen wie Up to Date er doch ist, und Bushcraft oder Outdoor ist wie wie Bio. Ein Aufdruck der den Preis in die Höhe treibt.

Es gibt aber auch Nahrungsmittel die hohe Nährwerte haben, und die doch etwas anders funktionieren. Weizenriegel wie NRG-5, oder ähnliche Notnahrungsprodukte. Allerdings muss man hier auch Abstriche beim Geschmack machen.

Die Eierlegende Wollmilchsau, welche gut schmeckt, leicht zu transportieren ist und die von den Nährwerten Ausgewogenheit garantiert, gibt es leider nicht. Ich plane meine Touren daher meist so, dass ich a. unterwegs auf die beliebten Tütenprodukte von Maggi – Wirthaus, Meisterklasse, Pampe de Luxe – zugreife, und kleine Zwischenstopps bei lokalen Einzelhändlern einlegen kann, wo ich mir dann ggf. Brot und Wurst, oder was Ähnliches, zu vernünftigen Preisen besorge…

Versteift man sich auf Tütensuppen, weil man keine Lust hat in den nächsten Ort zu gehen, oder weil vielleicht tatsächlich die Möglichkeit hier zu fehlt, dann sollte man Magnesium und Calcium mit sich führen, oder Isotronische Getränke (die es übrigens auch in Pulverform gibt). Sollte man unterwegs Krämpfe in den Beinen bekommen, ist dies entweder einer Überanstrenung, oder einer falschen Ernährung geschuldet. Magnesium wie auch Calcium können hierbei helfen, man sollte jedoch nicht beides zusammen einnehmen, da sich das Calcium über die Muskeln legt, und dadurch verhindert dass Magnesium aufgenommen werden kann.

Also immer schön eine Stunde Pause zwischen beiden Präparaten lassen!

Tja, soviel zu meinem Wissen über Ernährung im Walde … ich persönlich habe nichts gegen Krabbelkäfer, aber um satt zu werden, müsste ich schon eine Wiese essen, und darauf habe ich einfach keine Lust. Kann jeder halten wie er will, aber im Zweifelsfalle würde ich dazu raten: Hab was Vernünftiges im Rucksack! Dann klappt es auch mit der Zombie-Apokalypse…

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