Trekking – Outdoor – Bushcrafting

Outdoorküche – Erhitzen, Kochen, Wärmen

Outdoornahrung - was Essen im Wald? Von Krabbeltieren und Tütensuppen...

Günstiges Kochgeschirr, aber aus bösem Aluminium! Betrieben mit einem Trangiakocher…

Die Flammen blecken sanft über den glänzenden und dampfenden Körper des Fisch, welcher sich – auf einem kleinen Spieß aufgesteckt, über dem knisternden Feuer dreht, während das Zelt der Sterne sich über den einsamen, mit der Natur verbundenem Wandersmann dreht … während der Förster aus sicherer Distanz die Polizei ruft, und den kleinen Feuerteufel meldet! Tja, roher Fisch schmeckt nicht, es sei denn man heißt Golum, oder es dreht sich um Sushi…

Unterwegs was essen – ist zwingend notwendig, wie ich in diesem Artikel (Outdoornahrung – Von Krabbeltieren und Tütensuppen) schon feststellte. Doch auf Dauer macht es natürlich wenig Spaß nur Trockennahrung zu sich zu nehmen. Zum körperlichen Wohlbefinden dienen auch warme Speisen. Aber eine warme Speise setzt voraus dass man sie auch über einer Wärmequelle erhitzt!

Notbrenner für Spiritus aus einer alten Bierdose

Bierbüchsen-Trangia – die günstigste Methode einen Kocher zu basteln…

Feuer ist seit der Steinzeit eigentlich die erste Wahl, birgt aber auch gewisse Risiken, wie ich in diesem Artikel (Survival im Wald – ein kleines How-To) darstelle. Man sollte wissen was man tut, will man nicht den halben Wald abfackeln. Im Sommer sollte ein offenes Feuer generell tabu sein. Verboten ist es, wird man erwischt, kann es passieren dass man wegen Brandstiftung drankommt. Und das ist ein anderes Level als mal ein Zelt aufzuschlagen. Wild zelten ist eine Ordnungswidrigkeit, Brandstiftung eine Straftat!

Es macht also Sinn einen Kocher im Gepäck zu haben. Aber hier gibt es auch wieder Vor- und Nachteile bei den einzelnen Systemen.

Fange ich an mit dem Trangia-Kocher.

Das ist ein kleiner Messingbehälter, in welchem Spiritus dazu genutzt wird das Essen zu garen. Gleich am Anfang die Nachteile des Trangiakochers!

Man muss, um ihn zu nutzen, jederzeit Brennspiritus mit sich führen. Bei längeren Touren in ausreichender Menge, was natürlich auch ein Plus an Gewicht mit sich bringt. Das Risiko mit Brennspiritus eine Verpuffung zu erleben, und sich zu verbrennen, ist ebenfalls vorhanden. Es ist ja nicht direkt die Flüssigkeit welche brennt, sondern das verdunstende Gasgemisch Sauerstoff/Spiritus.

Das führt – im Winter – auch zum nächsten Problem!

Hat der Kocher vor Verwendung nicht eine bestimmte Temperatur, verdunstet der Spiritus nicht, und man kann den Trangia-Kocher nicht zünden. Die Küche bleibt kalt, bis man den Kocher selbst erst einmal aufgewärmt hat.

Eine Alternative bietet der Gaskocher…

Das Problem bei Gaskocher ist ähnlich wie beim Spirituskocher dass man eben eine Gaskartusche benötigt. Da es hier zwei Hauptsysteme gibt, muss man beim Kauf darauf achten die Kartusche mit dem richtigen Anschluss zu bekommen. Schraubverschlüsse sind sicherer, allerdings auch teurer. Stechkartuschen sind günstiger zu bekommen, allerdings kann man den Kocheraufsatz nicht mehr entfernen, ist er einmal aufgebracht.

Es gibt auch Kocher, welche beide Kartuschenformate verwenden können, aber ist auch hier das Problem dass man, spätestens wenn man eine Stechkartusche nutzt, diese auch aufbrauchen muss, bevor man den Kocher entfernt. Ein Vorteil bei Gaskochern ist jedoch dass die Kartuschen wenig Gewicht mit sich bringen, aber dafür eben Platz benötigen.

Gaskocher sind, anders als Spirituskocher, nicht ganz so kälteempfindlich. Hier beginnen die Probleme erst wenn die Temperaturen die Minusgrade erreichen.

Eine weitere Möglichkeit bieten Esbit-Kocher.

Diese sind von der Bundeswehr bekannt, und werden mit einem Spiritusbasierendem Trockenbrennstoff betrieben. Der Nachteil bei Esbitkochern ist jedoch die Leistungskurve. Esbit brennt zwar zuverlässig, jedoch nicht besonders heiß, was es eine längere Kochzeit mit sich bringt, und damit natürlich auch einen höheren Verbrauch.

Größere Mengen Wasser zu kochen, kann mit einem Esbitkocher manchmal zur Geduldsprobe werden.

Der Holzbrennofen (Hobo)

Eng verwandt mit dem Esbitkocher sind so genannte Holz-Brenn-Öfen – diese werden gerne mit Hobo abgekürzt. Das sind in den meisten Fällen Metallbeälter in welchen kleinere Holzstücke zum Brennen gebracht werden, und auf denen dann die Speisen, oder Getränke erhitzt werden können.

Hier gibt es dann auch wieder einige Unterschiede – teils mit Belüftung, so dass ein Holzvergasereffekt entsteht, und die Dinger nochmals heisser brennen.

Klarer Vorteil dieser Systeme ist: Holz als Brennstoff findet sich quasi überall, und man spart dadurch natürlich auch Gewicht. Ein potentieller Nachteil, wobei ich nicht wirklich sagen kann ob es einer ist, da ich keine Hobos verwende, bildet sich durch die Glut, oder abplatzende Funkenstückchen. Außerdem könnte der entstehende Rauch die eigene Position verraten. Was bei nicht ganz legalen Aufenthalten vielleicht nicht die beste Idee wäre…

Wie gesagt, ich verwende keine Hobos – hauptsächlich wegen der Rauchbildung, und kann daher nicht wirklich etwas dazu sagen. Mir persönlich reicht ein Trangiakocher völlig. Diesen kann ich mit knapp 500 mL eine Woche lang nutzen um einfache Tütensuppen zu wärmen, oder Wasser abzukochen…

Am besten ist es natürlich man versucht die verschiedenen Systeme, und findet seine eigenen Favoriten…

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