Trekking – Outdoor – Bushcrafting

Outdooraktivitäten – kann ich das überhaupt? Gesundheitliche Aspekte…

Outdoor - nur was für Gesunde und Sportler? Ich sage nein! Ganz im Gegenteil, es hilft gesund zu werden!

Outdoor – nur was für Gesunde und Sportler? Ich sage nein! Ganz im Gegenteil, es hilft gesund zu werden!

Bushcraften, Trekking, Wandern und Campen? Das ist doch nur etwas für sportliche Menschen die Topfit sind! Oder? Die Frage ist mir hier und dort schon des Öfteren begegnet, und ich gehe von meiner persönlichen Situation aus, wenn ich diese beantworten soll. Dazu zunächst Etwas aus dem persönlichen Bereich – ich bin mit meinen 37 Jahren quasi in einem Schwebezustand: Nicht Rentner, nicht erwerbsfähig, eben wegen meiner medizinischen Vorbelastung. Erblich bedingt leide ich unter Diabetes, einer fortgeschrittenen Arteriosklerose sowie chronischem Bluthochdruck – hatte dadurch (und durch ziemlich stressige Jobs) bereits drei Herzinfarkte und im Frühjahr 2014 eine erste Bypass-OP – ich hoffe dass es auch die letzte war, und mein Leben jetzt etwas ruhiger verlaufen wird. Einerlei – das zur medizinischen Grundlage. Und trotzdem, oder auch gerade deswegen, gehe ich raus in die Natur. Warum mache ich das??

Auch ohne das ich ein Spitzensportler, oder jemand mit dem Körperbau eines Athleten bin, mache ich im Schnitt am Tag meine zwanzig bis dreißig Kilometer. Ich laufe sie nicht, sondern spaziere sie gemütlich ab, nehme mir zwischendurch die Zeit um die Landschaft zu genießen und Fotos zu machen. Das Zeug was ich auf dem Rücken habe wiegt dabei – je nach Tour – zwischen 6 und 20 Kilo. Wenn man vernünftig packt kann man damit gut umgehen. Man sollte sich eben nicht selbst unter Stress setzen, und lieber mal langsamer machen, als zum nächsten Zielpunkt zu hetzen. Gerade wenn es eine Freizeitbeschäftigung ist und der Entspannung dienen soll, sollte man sich Zeit nehmen.

Habe es Jahrelang nicht gemacht, und einen hohen Preis dafür bezahlt!

Was bringt mir diese Outdoor-Aktivität nun gesundheitlich?

Nach jeder Wanderung fühle ich mich, vom Muskelkater abgesehen – der aber einfach dazugehört – wesentlich vitaler, und von den regelmäßigen Blutuntersuchungen weiß ich dass sowohl meine Cholesterinwerte, als auch die Zuckerwerte wesentlich ausgeglichener sind, als würde ich ängstlich auf meinem Hintern hocken bleiben. Auch das Lungenvolumen hat sich, seitdem ich wieder in der Natur unterwegs bin, verbessert. Die Ausdauer ist gestiegen und die Depressionen, welche die OP und die dadurch bedingte berufliche Situation mit sich brachten, sind nahezu verschwunden.

Wenn man als chronischer Patient, oder auch mit einer eingeschränkten Gesundheit unterwegs ist, sollte man einige Dinge beachten. Was man als Patient vor Reisebeginn allerdings beachten sollte – Wo kann ich meine Wasservorräte auffrischen, wo gibt es im Zweifelsfalle ärztliche Hilfe und wie kann ich meine Medikamente sicher transportieren?

Anaboxen für morgens und abends - reicht theoretisch für eine Siebentagestour...

Anaboxen für morgens und abends – reicht theoretisch für eine Siebentagestour…

Zum Transport der Medikamente nutze ich zwei Anaboxen. Eine Gelbe für Morgens, eine Blaue für Abends. Diese reichen für sieben Tage, und somit auch für wirklich lange Touren. Könnte mir natürlich auch größere besorgen, aber ich habe im Moment auch einfach noch das Bedürfnis derart lange Touren zu machen (vom finaziellen Aspekt einmal abgesehen).

Im Schnitt bin ich, wenn es um große Touren geht, zwei – maximal drei Tage unterwegs. Ist ein Campingplatz in der Nähe, nutze ich ihn, alleine schon wegen der Versorgung mit Frischwasser.

Frisch-, oder Trinkwasser ist generell ein wichtiges Thema!

Selbst Sportler neigen sehr häufig dazu zu wenig zu trinken, und gerade als Mensch mit einer Herz-Kreislauferkrakung, und oder Diabetes, muss man auf seinen Wasserhaushalt achten!

Vor Antritt einer Tour informiere ich mich daher wo ich meine Wasservorräte auffrischen kann. Hierzu bieten sich Campingplätze, Quellen (was aber auch noch ein eigenes Thema ist!) sowie öffentlich zugängliche Gebäude und Tankstellen an. Die Hike & Bikemap des Openstreetmap Projektes liefern hier auch sehr gute Informationen, und die Karten sind auch für die meisten besseren GPS Geräte nutzbar.

Ich kann natürlich nicht eine Empfehlung aussprechen, und wenn Zweifel bestehen, kläre es bitte mit einem Arzt ab, aber für mich persönlich, da ziehe ich folgendes Fazit:

Ich bereue es nicht raus zu gehen – ich kann verstehen wenn man Angst hat als kranker Mensch längere Touren zu machen, aber die Erfahrung sagt mir dass man dadurch auch aktiv gegen seine Erkrankungen angehen, und die eigene Lebensqualität wesentlich steigern kann. Was natürlich auch abhängig von der eigenen Krankengeschichte ist. Aber ich würde sagen, es lohnt sich definitiv!

Und ein anderer, sehr angenehmer Nebeneffekt: Man lernt auf Reisen schnell neue Leute kennen und erfährt allerhand Neues… 😉

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